Edin Džeko übernimmt, wenn es zählt. Mit seinem Treffer in der 87. Minute rettet der Kapitän Bosnien und Herzegowina ins Spiel zurück, erzwingt die Verlängerung und legt den Grundstein für den späteren Sieg im Elfmeterschießen gegen Wales. Nach Abpfiff spricht der 40-Jährige offen über ein intensives Spiel und einen Gegner, der lange die Kontrolle hatte. „Es war emotional. Ein schweres Spiel. Sie waren sicher Favorit, vor allem weil sie vor ihren Fans gespielt haben.“
Džeko verweist auch auf die offensive Stärke der Waliser im Vorfeld, sieht aber gleichzeitig die eigene Entwicklung. „Sie haben sieben Tore gegen Mazedonien geschossen, das ist keine schlechte Mannschaft. Sie waren Favorit, aber wir haben viele junge, gute Spieler. Wir haben auch Qualität und das haben wir heute gezeigt.“
Der Beginn war aus Sicht der Zmajevi alles andere als ideal. Džeko spricht von einem zögerlichen Auftritt in der ersten Halbzeit. „Wir sind etwas schüchtern ins Spiel gegangen. Bis zu ihrem Tor wurden sie von den Fans getragen, wir hatten Fehler im Ballbesitz.“ Genau dieser Rückstand wurde zum Wendepunkt. „Ich habe das Gefühl, dass uns ihr Tor gutgetan hat. Danach haben wir angefangen zu spielen und das umgesetzt, was wir vor dem Spiel besprochen hatten.“
Der Schlüssel lag laut Džeko im Spiel über die Flügel. „Sie stehen sehr eng, genau dort haben wir ihnen die meisten Probleme gemacht. Wir hätten sogar noch ein Tor machen und das Spiel in 90 Minuten entscheiden können.“ In der Verlängerung wurde Wales offensiver, doch Bosnien hielt stand. „Sie sind mehr ins Risiko gegangen, aber wir haben uns verteidigt. Und dann hat sich diese Lotterie endlich auf unsere Seite gedreht.“
Jetzt wartet Italien – erneut ein großer Name, erneut ein Favorit. Für Džeko ist die Ausgangslage klar, aber kein Grund, zurückzuschauen. „Wir sollten nicht darüber nachdenken, was früher war. Ich schaue nicht gern in die Vergangenheit. Wir haben uns das heute verdient, wir haben uns das Finale verdient.“
In Zenica will Bosnien den nächsten Schritt machen: „Italien kommt als großer Favorit zu uns, aber wir haben 90 Minuten, um zu zeigen, was wir können. Wir werden alles geben, dann sehen wir, was passiert.“



