Der ehemalige bosnische Nationalspieler und Direktor der Nationalmannschaft, Zvjezdan Misimović, hat seine Bedenken hinsichtlich der aktuellen Ausrichtung der “Zmajevi” (die Drachen) geäußert. Laut dem ehemaligen Leistungsträger fehlt es an einem klaren Plan, und einige Spieler wurden zu schnell aus der Mannschaft ausgeschlossen.
In seiner aktuellen Rolle als Berater von Vico Zeljković, dem Präsidenten des bosnischen Fußballverbandes, äußerte Misimović zu Beginn seiner Analyse den Unmut über die hohe Niederlage gegen Deutschland (0:7). „Ein 7:0 ist zu hoch. Wir haben den Faden verloren. So etwas darf nicht passieren“, sagte Misimović gegenüber Sportske.ba. Besonders gestört hat ihn, dass die Mannschaft keinen Kampfgeist zeigte und in vielen Szenen die notwendige Entschlossenheit fehlte: „Es gab keine Willensstärke, keine Lust, die Duelle zu gewinnen. Bereits nach einer Minute und 30 Sekunden haben wir das erste Tor kassiert, und dann ist alles auseinandergefallen. In Zenica hatte Deutschland 75 Prozent Ballbesitz und lief fünf Kilometer mehr als wir.“
Misimović sprach auch von der Bedeutung solcher Spiele und stellte klar, dass ein Match gegen Deutschland für jeden Spieler eine Ehre und ein Motivator sein sollte. „Es sollte jedem eine Ehre und Motivation sein, gegen so eine Mannschaft zu spielen. Es ist ein Traum, solche Partien zu bestreiten, und trotzdem sind wir mit vielen Veränderungen in die Partie gegangen, was nicht gut war“, betonte er.
Ein weiteres Thema war die defensive Ausrichtung der Mannschaft. Misimović stellte fest, dass der Bosnien-Herzegowina-Team im niedrigen Abwehrblock Schwierigkeiten hat: „Wenn wir in einem tiefen Block stehen, ist es schwer, uns zu verteidigen. Wir können nicht nach vorne sprinten, was es auch für Edin Džeko schwieriger macht, weil er dann zu weit vom Tor entfernt ist. Ein hoher Block kann riskant sein, aber mit einer Viererabwehrreihe ist es auf jeden Fall sicherer.“
Der 42-jährige Ex-Nationalspieler zeigte sich ebenfalls positiv gegenüber dem Debüt von Samed Baždarević, der sowohl gegen Deutschland als auch gegen die Niederlande (jeweils 27 Minuten Spielzeit) zum Einsatz kam. „Er spielte vielleicht auf einer für ihn ungewohnten Position als Außenverteidiger, aber er hat sich gut geschlagen. Er hat Qualität gezeigt, und mit ihm werden wir sicher profitieren“, so Misimović.
Ein weiteres Thema, das er ansprach, war das Fehlen von klaren Konzepten und einer langfristigen Vision für das bosnische Team. „Wir sprechen viel über einen Plan und eine Vision, aber niemand weiß, was das genau ist. Welche Vision haben wir, wenn wir uns auf die WM-Qualifikation vorbereiten? Ich sehe keinen klaren Plan im Spiel, aber vielleicht werden wir es noch sehen“, sagte Misimović.
Ein besonders emotionaler Punkt war der Ausschluss von Spielern wie Anel Ahmedhodžić und Denis Hadžikadunić aus dem Kader. „Es tut mir leid, dass das passiert. Anel ist unser bester Abwehrspieler. Wir haben uns auch zu früh von Rade Krunić verabschiedet. Es muss darüber gesprochen werden. Ich weiß nicht, was das Problem mit Anel und Denis war, aber jeder Spieler ist für uns wichtig“, schloss Misimović seine Analyse.
Diese Kritik und die offenen Fragen, die Misimović aufwirft, werfen einen Schatten auf die gegenwärtige Situation der bosnischen Nationalmannschaft. Fans und Experten erwarten nun, dass die Verantwortlichen die richtige Richtung finden und eine klare Vision für die kommenden Herausforderungen entwickeln.



