Das Duell zwischen Bosnien-Herzegowina und den Niederlanden in Zenica endete mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden. Die Gastgeber, die auf eine schwierige Länderspielbilanz zurückblicken, zeigten nach einem ruhigeren ersten Durchgang eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit und konnten das Spiel mit einer kämpferischen Einstellung ausgleichen.
Nationaltrainer Sergej Barbarez hatte im Vorfeld des Spiels betont, dass der Fokus auf der Weiterentwicklung seiner jungen Spieler liege. „Es geht darum, dass diese Spieler Erfahrung sammeln und wir ihnen die nötige Unterstützung geben. Das ist ein langfristiger Prozess“, erklärte Barbarez und hob hervor, dass es nicht nur um Ergebnisse, sondern auch um die Weiterentwicklung und das Charaktertraining gehe.
In der ersten Halbzeit war Bosnien-Herzegowina im eigenen Stadion zu zurückhaltend. Die Niederländer kontrollierten das Spiel, doch die Bosnier hatten nach Ballverlusten wenig Gelegenheit, eigene Akzente zu setzen. Barbarez kritisierte den Ballbesitz und die fehlende Aggressivität seiner Mannschaft. „Wir mussten mutiger werden, besonders im Umgang mit dem Ball“, sagte der Trainer nach der Pause, als Bosnien-Herzegowina deutlich angriffslustiger auftrat. Eine energische Ansprache in der Halbzeit sorgte dafür, dass die Mannschaft das Ruder herumreißen konnte. „Ich habe ihnen gesagt, sie sollen aggressiver sein, die Innenverteidiger höher rausrücken und nicht nur defensiv agieren“, so Barbarez.
Das Umdenken zahlte sich aus: Bosnien-Herzegowina kämpfte sich zurück ins Spiel und konnte das 1:1 erzielen, was die anwesenden Fans zu begeistern wusste. Besonders eine Grätsche, die das Stadion zum Beben brachte, war ein Symbol für den neuen Mut der Mannschaft. „Wenn du das Stadion hinter dir hast, dann kannst du Berge versetzen“, sagte Barbarez und lobte den kämpferischen Charakter seiner Spieler.
Ein weiterer Diskussionspunkt vor dem Spiel war der überraschende Ausfall von Nikola Katić, der eigentlich in der Startelf stehen sollte. „Es gab technische Probleme, das war ein peinlicher Fehler“, gab der Trainer zu und relativierte die Situation humorvoll: „Shit happens“. Trotzdem zeigte sich Bosnien-Herzegowina im Spiel insgesamt stabil, auch wenn der Ausfall des Spielers die Abwehrpläne durcheinanderbrachte.
In Bezug auf die langfristigen Ziele stellte Barbarez klar, dass die Qualifikation für die EM 2028 nach wie vor das Hauptziel sei, jedoch wolle man auch in der WM-Qualifikation so gut wie möglich abschneiden. „Es geht darum, das richtige Niveau zu erreichen, ohne unnötig herumzutesten. Wir haben jetzt genug Informationen, um mit den Spielern weiterzumachen, die unser Konzept am besten umsetzen können“, erklärte der Nationaltrainer.
Die Frage, ob Bosnien-Herzegowina lieber gleich die Qualifikation oder Freundschaftsspiele bestreiten würde, wurde klar beantwortet: „Die Qualifikation, sofort und mit Vollgas“, sagte Barbarez, der darauf hofft, dass seine Spieler nach der Winterpause mit voller Energie und in bestmöglicher Form in die entscheidenden Spiele gehen werden.
Mit einem Punkt aus diesem Spiel können die Bosnier sehr zufrieden sein, denn die Mannschaft hat erneut gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Bis März wird der Trainer weiterhin intensiv auf die Form seiner Spieler achten, bevor die endgültige Planung für die WM-Qualifikation beginnt.



