Am heutigen Abend um 21:00 Uhr MEZ (12:00 Uhr Ortszeit) richten sich die Blicke der Fußballfans nach Inglewood, Kalifornien. Im hochmodernen SoFi Stadium (offiziell Los Angeles Stadium) treffen am 2. Spieltag der WM-Gruppe B die Schweiz und Bosnien-Herzegowina aufeinander.
Nachdem beide Teams mit einem 1:1-Unentschieden in das Turnier gestartet sind (die Schweiz gegen Katar, Bosnien gegen Kanada), ist die Ausgangslage völlig offen. Während in der Schweiz nach dem verpatzten Auftakt und öffentlicher Kritik von Kapitän Granit Xhaka, dem verletungsbedingten Ausfall von Miro Muheim und nun auch Murat Yakin (fällt eventuell krankheitsbedingt aus) bereits leichte Unruhe herrscht, reist die bosnische Auswahl mit spürbarem Rückenwind nach Kalifornien.
Die historische Bilanz: Nur ein einziges Duell
In der Geschichte der beiden Verbände gab es vor der heutigen WM-Partie tatsächlich nur ein einziges direktes Aufeinandertreffen auf dem Platz:
- Datum: 29. März 2016
- Spielort: Stadion Letzigrund, Zürich (Freundschaftsspiel)
- Ergebnis: Schweiz 0:2 Bosnien-Herzegowina
- Die Torschützen von damals: 0:1 Edin Džeko (14. Minute) und zum 0:2 Miralem Pjanić (57. Minute per Freistoß)

Was macht den Unterschied zu damals aus?
Die Vorzeichen haben sich im Vergleich zu 2016 grundlegend verändert:
- Der Generationenwechsel: Damals standen bei Bosnien noch die absoluten Weltstars der “goldenen Generation” wie Edin Džeko und Miralem Pjanić im Fokus, die das Spiel im Alleingang entschieden. Heute baut Trainer Sergej Barbarez auf ein runderneuertes, deutlich jüngeres Kollektiv. Spieler wie Ermedin Demirović oder Amar Dedić prägen das neue Gesicht der Mannschaft.
- Die sportliche Bühne: Das Spiel von 2016 war ein reines Testspiel vor magerer Kulisse in Zürich. Heute geht es auf der größtmöglichen Bühne der Welt um das Überleben in einer extrem engen WM-Gruppenphase.
- Der Druck auf die Schweiz: Die Schweizer Nati ging damals entspannt in die Partie. Heute steht die Mannschaft von Murat Yakin nach der vergebenen Führung gegen Katar und 27 teils kläglich vergebenen Torschüssen enorm unter Zugzwang.

Was kann man heute von Bosnien-Herzegowina erwarten?
Wie die Berichte auf bonat.ba und die Eindrücke aus dem Kanada-Spiel zeigen, reisen die Zmajevi (Drachen) mit viel Euphorie und einer geschlossenen Teamchemie an. Prominenter Besuch im Camp wie der von NBA-Star Jusuf Nurkić unterstreicht den aktuellen Zusammenhalt rund um das Team.
Die Schweiz geht laut zahlreicher Medien als Favorit in die Partie, doch unsere “Zmajevi” haben bereits gegen Kanada bewiesen, dass sie ein unangenehmer, zäher Gegner sind. Wenn die Schweizer ihre Abschlussschwäche nicht abstellen, steht einem Erfolg im SoFi Stadium nichts im Wege.



