Sergej Barbarez hat auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit Schweden unter anderem über die schwedische Mannschaft, die eigene Spielweise, die Belastung durch mehrere Spiele in kurzer Zeit und den bevorstehenden Abschied von Edin Džeko gesprochen. Dabei betonte der Nationaltrainer mehrfach die Qualität des kommenden Gegners und die Bedeutung der eigenen Spielidee.
Mehrere schwedische Spieler für Bosnien: „Sie haben sich selbst entschieden“
Auf die Frage, wie er es bewertet, dass mehrere Spieler, die einen Bezug zu Schweden haben, inzwischen für Bosnien und Herzegowina spielen, erklärte Barbarez zunächst, dass es ihm persönlich natürlich lieber wäre, wenn die Spieler aus Bosnien stammen würden.
Gleichzeitig verwies er darauf, dass sich die betreffenden Spieler schlussendlich selbst für die bosnisch-herzegowinische Nationalmannschaft entschieden hätten.
Trotz Ausfällen: Barbarez erwartet einen starken Gegner
Mit Blick auf die fünf Ausfälle auf schwedischer Seite wollte Barbarez offenbar keine Schwächung des Gegners hineininterpretieren. Er verwies auf die Breite des schwedischen Kaders und dessen vorhandene Qualität.
Schweden verfüge weiterhin über einen großen Kader, der solche Ausfälle auffangen könne. Zudem hob Barbarez die technischen Fähigkeiten der Mannschaft hervor und betonte, dass die Schweden Fußball spielen wollten.
Auf die einzelnen Ausfälle wolle er den Blick deshalb nicht zu stark richten. Entscheidend sei für ihn vielmehr die gesamte Mannschaft: Der eigentliche Gegner sei das Team als Ganzes.
Ballbesitz nicht das oberste Ziel
Auch die unterschiedlichen Auftritte gegen Polen und Rumänien wurden thematisiert. Gegen Polen hatte Bosnien und Herzegowina viel Ballbesitz, kam aber nicht über ein Unentschieden hinaus. In Rumänien hingegen hatte die Mannschaft weniger Ballbesitz und konnte dennoch drei sehr wichtige Punkte mitnehmen.
Barbarez machte deutlich, dass Ballbesitz für seine Mannschaft zwar eine Rolle spiele, aber nicht das alleinige Ziel sei.
Vielmehr gehe es darum, Fußball zu spielen, die eigenen Ideen beizubehalten und auch den Mut zu haben, den entscheidenden letzten Pass zu spielen.
Mahmić soll Offensive und Defensive verbinden
Auch die Rolle von Ermin Mahmić im Spiel gegen Rumänien wurde angesprochen. Barbarez hatte ihn dort als zweiten Stürmer eingesetzt.
Nach seinen Ausführungen sollte Mahmić dabei unter anderem eine Verbindung zwischen Defensive und Offensive herstellen und die Sechser unterstützen. Eine ähnliche Aufgabenverteilung habe es auch bei anderen Spielern im Zentrum gegeben.
Gleichzeitig betonte Barbarez, dass Mahmić grundsätzlich offensiv ausgerichtet sei.
Vier Spiele in kurzer Zeit: Die Frische wird entscheidend
Mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben verwies Barbarez außerdem auf die Belastung durch vier Spiele innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums. Aus seiner Sicht werde deshalb auch die körperliche Frische eine wichtige Rolle spielen.
Dabei äußerte er sich auch zu den vielen positiven Rückmeldungen, die die Mannschaft zuletzt erhalten habe. Komplimente allein würden allerdings kein Spiel entscheiden.
Die Entwicklung der Mannschaft bezeichnete Barbarez als einen Prozess, der bereits seit längerer Zeit andauere. Dabei gehe es unter anderem darum, die Qualität weiterzuentwickeln und die Spieler in Situationen einzusetzen, in denen sie sich wohlfühlen.
FIFA-Rangliste sagt für Barbarez nicht alles aus
Auf die Frage, ob Bosnien und Herzegowina nach der FIFA-Weltrangliste die „schwächste“ Mannschaft der Gruppe sei, verwies Barbarez zunächst darauf, dass die Mannschaft in der Rangliste tatsächlich entsprechend eingeordnet sei.
Als Argument führte er unter anderem die vier Punkte aus zwei schwierigen Auswärtsspielen an. Für Barbarez sei dies keine Bilanz, die dafür spreche, die eigene Mannschaft sportlich grundsätzlich als schwächste einzustufen.
Er betonte zudem, dass Spieler möglichst dort eingesetzt werden sollten, wo sie sich wohlfühlen. Gleichzeitig arbeite das Team verstärkt an der Effizienz.
Vier Mannschaften, ein ähnliches Niveau
Die Gruppe könne aus seiner Sicht als ausgeglichen betrachtet werden. Trotzdem ändere dies nichts an der Herangehensweise: “Jedes Spiel solle mit dem Ziel bestritten werden, es zu gewinnen.”
Für Bosnien und Herzegowina könnte dabei der Spielplan eine Rolle spielen. Nach dem Duell mit Schweden stehen noch drei Heimspiele an.
Barbarez verwies in diesem Zusammenhang auf die besondere Atmosphäre bei Heimspielen: “Die Emotionen und die Unterstützung von den Rängen könnten dazu beitragen, dass sich solche Spiele anders anfühlen als Begegnungen auswärts.”
Alle Spieler fit
Auch personell gab es von Barbarez positive Nachrichten. Nach seinen Angaben seien alle Spieler gesund und fit.
Zu beachten seien lediglich mögliche Gelbsperren beziehungsweise die Gelbvorbelastungen einzelner Spieler. Grundsätzlich zeigte sich der Nationaltrainer zufrieden damit, dass seine Spieler in den vergangenen Spielen alles gegeben hätten.
Džekos Abschied: Der sportliche Fokus bleibt bestehen
Ein weiterer Schwerpunkt der Pressekonferenz war der bevorstehende Abschied von Edin Džeko aus der Nationalmannschaft.
Barbarez betonte, dass der Fokus trotz des emotionalen Anlasses auf dem bevorstehenden Spiel liegen müsse. Gleichzeitig könne die Präsenz eines Spielers wie Džeko insbesondere für jüngere Spieler eine besondere Bedeutung haben. Da das morgige Spiel trotz allem kein Testspiel ist.
Für den Trainer dürfte die Motivation der Mannschaft angesichts eines solchen Moments daher nicht das größte Problem darstellen.
Über Džekos Zukunft beziehungsweise die Zeit nach der Nationalmannschaft äußerte Barbarez zudem einen allgemeinen Gedanken: Auch wenn sich eine Tür schließt, würden sich immer wieder neue Türen öffnen.
Der Fokus der Mannschaft liegt damit trotz des besonderen Abschieds weiterhin auf dem sportlichen Geschehen – und auf der Aufgabe, gegen Schweden die eigene Spielidee auf den Platz zu bringen.



