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Asmir Begović: „Das Duell zwischen Bosnien und Kanada ist für mich etwas ganz Besonderes“

Für den 38-jährigen Torwart-Veteranen Asmir Begović besitzt das Auftaktspiel der FIFA-Weltmeisterschaft zwischen Bosnien-Herzegowina und Co-Gastgeber Kanada eine ganz tiefgehende Bedeutung.

Begovićs Familie war vor dem Bosnienkrieg zunächst nach Deutschland geflohen, bevor sie sechs Jahre später nach Edmonton weiterzog. In Kanada entwickelte er sich fußballerisch so gut, dass ihm 2003 der Sprung nach England zu Portsmouth gelang. Es folgte eine erfolgreiche Karriere mit Stationen bei Stoke City, Chelsea und Bournemouth.

Vor dem WM-Auftakt sprach Begović mit der FIFA über seine bewegte Vergangenheit, die Chancen seines Heimatlandes und seine persönlichen Erinnerungen.

Foto: FIFA
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Was bedeutet das Aufeinandertreffen dieser beiden Nationen für Sie und Ihre Familie?

Asmir Begović: „Es ist ein einzigartiges Spiel. Ich treffe auf das Land meiner Geburt und auf das Land, in dem ich aufgewachsen bin. Es geht also um meine tiefsten Wurzeln und meine persönliche Geschichte. Fragen Sie mich bitte nicht, wer gewinnen soll – möge einfach das bessere Team siegen!“

Haben Sie vor, live im Stadion in Toronto dabei zu sein?

Asmir Begović: „Ja, definitiv. Ich befinde mich derzeit in Gesprächen, um bei dieser Weltmeisterschaft in verschiedenen Funktionen eine Rolle zu spielen. Ich hoffe sehr, dass ich vor Ort sein kann.“

Wie haben Sie reagiert, als sich Bosnien-Herzegowina durch einen Sieg gegen Italien qualifizieren konnte?

Asmir Begović: „Ich war unglaublich erleichtert und stolz. Machen wir uns nichts vor: Der Weg über die Play-offs mit einem Auswärtsspiel in Wales und dem anschließenden Finale gegen Italien war extrem hart. Dass wir uns in beiden Partien als Außenseiter durchgesetzt haben, ist fantastisch. Für den bosnischen Fußball waren die letzten Jahre nicht leicht, aber Nationaltrainer Sergej Barbarez hat die Mannschaft schnell wieder aufgebaut.“

©Foto: BONAT.ba
©Foto: BONAT.ba

Wie schätzen Sie die Chancen des Teams in der Gruppenphase ein?

Asmir Begović: „Ich traue ihnen das Weiterkommen absolut zu. Die Gruppe ist extrem ausgeglichen. Die Schweiz ist aufgrund ihrer Erfahrung bei großen Turnieren wohl der Favorit, dahinter ist alles völlig offen. Das erste Match wird entscheidend sein – aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, zum Auftakt nicht zu verlieren.“

Wenn Sie zurückblicken: Wie war es für Sie, als Kind nach Kanada zu kommen?

Asmir Begović: „Wir mussten Deutschland damals sehr abrupt verlassen. Dieser Umzug war nicht freiwillig, sondern erzwungen. Es war schwer, alles Vertraute zurückzulassen, da ich mich in Deutschland eingelebt hatte und der Fußball gerade richtig anlief. Aber Kanada hat es uns leicht gemacht. Es ist ein wunderbares Land und ein toller Ort zum Aufwachsen – auch wenn die Winter verdammt hart sind.“

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Zeit in den kanadischen Jugend-Nationalmannschaften?

Asmir Begović: „Mein Weg verlief recht klassisch. Ich wechselte mit 16 Jahren nach Portsmouth und spielte parallel für Kanadas Nachwuchs-Teams bis hin zur U21. Alles lief perfekt, allerdings kam es nie zu einem Einsatz in der A-Nationalmannschaft. Als ich mich dann in Europa auf Top-Niveau etablierte, öffnete sich 2009 die Tür für Bosnien. Ich musste eine Karriereentscheidung treffen und habe mich für mein Geburtsland entschieden.“

Foto: FIFA

Sie standen 2014 in Brasilien bei allen drei Gruppenspielen im Tor. War das der Höhepunkt Ihrer Karriere?

Asmir Begović: „Ja, ich denke schon. Wenn man die Umstände bedenkt: Wir hatten eine goldene Generation und bestritten das erste große Turnier für Bosnien als unabhängiges Land. Und dann das Auftaktspiel im legendären Maracanã-Stadion gegen Lionel Messi und Argentinien – besser geht es nicht. Das war für uns alle eine magische Zeit.“

Foto: FIFA

Welche Verbindungen haben Sie heute noch nach Kanada?

Asmir Begović: „Da ich in Europa spiele und meine Familie hier lebt, bin ich selten dort. Aber ich halte nach wie vor engen Kontakt zu alten Freunden und Trainern in Edmonton. Ich freue mich schon sehr darauf, bald wieder dorthin zurückzukehren.“

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