Wednesday, April 15, 2026
StartA-NationalmannschaftBarbarez vor Wales: „Haben einen Plan – kein Grund, mich zu entschuldigen“

Barbarez vor Wales: „Haben einen Plan – kein Grund, mich zu entschuldigen“

Der bosnische Nationaltrainer Sergej Barbarez hat auf der heutigen Pressekonferenz vor dem WM-Play-off-Spiel zwischen Wales und Bosnien und Herzegowina, das am Donnerstag um 20:45 Uhr in Cardiff stattfindet, klare und direkte Worte gefunden.

„Die Reise ist gut verlaufen. Wir freuen uns auf diese Spiele. Dafür sind wir Fußballer und Trainer geworden – um solche Duelle und solche Atmosphären zu genießen“, sagte Barbarez gleich zu Beginn.

Auf die Frage, was man aus der Niederlage gegen Österreich gelernt habe und was in Cardiff besser laufen müsse, stellte er klar, dass ein direkter Vergleich nicht sinnvoll sei. „Wir können diese beiden Spiele nicht vergleichen. Aber natürlich haben wir einige Dinge mitgenommen. Manchmal triffst du auf jemanden, der stärker ist oder mehr Qualität hat.“ Gleichzeitig blickt er nach vorne: „Für die Spieler war das eine große Erfahrung. Nur durch solche Spiele können wir wachsen. In den letzten drei Tagen haben wir viele Dinge aus dieser Partie aufgearbeitet.“

Zur taktischen Ausrichtung gegen Wales blieb Barbarez bewusst offen, betonte aber die eigene Idee: „Das ist eine Mannschaft mit vielen guten Spielern. Auch wenn wichtige Spieler fehlen, ist das kein Handicap für sie. Wir haben unseren Plan und unsere Idee und glauben daran, dass sie erfolgreich sein kann.“ Dabei schloss er auch ein mögliches längeres Spiel nicht aus: „Das Spiel kann in 120 Minuten gehen oder sogar ins Elfmeterschießen.“

Entscheidend sei vor allem die Flexibilität: „Das Wichtigste ist, dass wir auf jede Situation im Spiel reagieren können – auch auf den Spielstand. Deshalb haben wir so viele Spieler im Kader. Auf diesem Niveau musst du für alles einen Plan haben.“ Gleichzeitig relativierte er die Bedeutung von Ballbesitz: „Ich frage mich immer, was Ballbesitz heute noch bedeutet. Für mich ist das nicht entscheidend. Wichtig ist, dass wir mutig sind, den Willen zeigen – und dass jeder unsere Chance sieht.“

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die Nachfrage der walisischen Journalisten zum Thema mit Benjamin Tahirović und den Aussagen über Brøndby-Coach Steve Cooper. Barbarez blieb auch hier konsequent: „Das Einzige ist, dass ich meinem Spieler glaube und ihn schütze. Damit ist für mich alles gesagt.“ Auf die erneute Nachfrage, ob er sich entschuldigt habe, folgte eine klare Antwort: „Ich habe keinen Grund, mich zu entschuldigen.“

Ob seine Aussagen als bewusste „Spielchen“ gedacht waren, beantwortete er ebenfalls deutlich: „Ich hatte meine Idee dahinter, aber es geht um ein Prinzip – meinen Spieler zu schützen und ihm zu vertrauen. So war es immer.“ Besonders lobte er dabei Benjamin Tahirović: „Ich kenne ihn seit über zwei Jahren und kann ihm nur große Komplimente machen – für seine Leistungen, sein Verhalten und seinen Charakter. Jetzt hoffe ich, dass er das morgen auf dem Platz zeigt.“

Auch zur Aussage von Wales-Trainer Craig Bellamy, der sich mit Filmen über den Balkan-Krieg vorbereitet habe, äußerte sich Barbarez gelassen: „Das ist absolut legitim. Ich habe auch viele Filme über die Inselbewohner gesehen. Es ist normal, sich mit der Mentalität eines Landes zu beschäftigen.“ Für ihn sei das sogar eine Form der Anerkennung: „Ich finde das interessant und sehe es als Kompliment, dass man sich so auf uns vorbereitet – genauso wie wir uns auf sie vorbereiten.“

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