Thursday, April 16, 2026
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Alles oder Nichts! Alle Wege führen nach Wien – die Chance zu Legenden zu werden

In der relativ kurzen 33 jährigen Geschichte unseres Verbandes war die Anzahl an Endrundenteilnahmen bisher relativ bescheiden. Nur einmal gelang es der goldenen Generation, angeführt von Edin Džeko, Emir Spahić, Miralem Pjanić, Asmir Begović, und co. im Jahr 2014. Eine unvergessliche kalte Oktobernacht in Kaunas und das Tor von Vedad Ibišević waren Auslöser einer unwiederholten Geschichte.

Das ganze Land erstrahlte in Harmonie, wiederfindend in Umarmungen, Nächstenliebe und Feierlichkeiten, die es bis dato auf den Straßen Bosnien-Herzegowinas, als auch im restlichen Europa und der Welt vermutlich noch nie gegeben hat.

Die selbe Chance wie damals hat die neue Generation nun am Dienstag (18.11.2025, 20:45 Uhr) auch. Wie sehr die Euphorie die Menschen gepackt hat, hat ein rappelvolles Bilino Polje gegen Rumänien gezeigt, was nochmal von erwarteten 25.000 Fans in Wien unterstrichen wird. Die große Gelegenheit im Herzen Europas sich unsterblich zu machen und ein weiteres Mal in die Geschichtsbücher einzugehen.

Sergej Barbarez mit Emir Spahić als neuer möglicher Erfolgsgarant

Die Nachricht am 19. April 2024 erreichte mit großer Begeisterung die Fans des bosnischen Fußballs, als Sinan Sinanović die Bombe platzen ließ, dass Sergej Barbarez neuer Nationaltrainer wird und Emir Spahić in die Funktion des Sportdirektors erhoben wird.

Zugegebenermaßen waren wir bis zu dem Zeitpunkt von schwierigen Umständen umgeben. Im vergangenen Qualifikationszyklus wechselte der NFSBiH gleich drei Mal auf der Trainerposition. Eingestiegen mit Faruk Hadžibegić, dessen Abgang mit der Niederlage gegen Luxemburg besiegelt war, gefolgt von Meho Kodro, der nur zwei Spiele (Island, Liechtenstein) an der Seitenlinie stand und letztendlich Savo Milošević, der bis zum Playoff-Spiel gegen die Ukraine (1:2 Heimniederlage) die Führung übernahm.

All das waren katastrophale Bedingungen, ein Zustand, eine Stimmung, die für die Fans absolut nicht leicht war – für die Spieler vermutlich noch schwieriger. Ständige Kontroversen, Hinterfragungen von Nominierungen und Fanproteste waren das Ergebnis.

Mit Barbarez’ Berufung in den Trainerstab schien es nach langem so, dass der Wille der Fans in Erfüllung geht.

Schwieriger Start, aber neue Talente – aussichtsreiche Zukunft

Mit Glück war Sergejs Start allerdings nicht gesegnet – Niederlande, Deutschland und Ungarn lauteten die Gegner in der Nations League. Schwierige Umstände in denen es als permanenter Underdog durchaus schwierig ist, eine Mannschaft die psychisch in schlechter Verfassung ist, wieder aufzubauen und einzuspielen.

Doch der Wille und die Motivation war immer die selbe. Es musste ein Umbruch her, der die Mannschaft nachhaltig in eine schönere Zukunft führen kann.

Es wurde großflächig aussortiert. Miralem Pjanić und Ibrahim Šehić waren von Beginn an davon überzeugt, dass die kommende Generation übernehmen muss und beendeten ihre Nationalmannschaftskarrieren bereits vor dem ersten Spiel mit Barbarez als Trainer. Ein großer Dämpfer für viele Fans, aber richtungsweisend in die Zukunft, in welche unsere Nationalmannschaft sich bewegen soll.

In der Nations League konnte man in Ungarn mit 0:0 einen Punkt holen, während man im finalen Spiel gegen die Niederlande aus einem 0:1 Rückstand ebenfalls mit einem 1:1 unentschieden mit insgesamt zwei Punkten die Gruppe abschloss. Auch eine Rekordniederlage von 0:7 gegen Deutschland brachte unseren Trainerstab nicht vom Weg ab, obwohl auch die medialen Stimmen begannen, die Anstellung von Sergej Barbarez in Frage zu stellen.

20 neue Spieler, Rekord-Altersdurchschnitt zum Erfolg?

Im Vergleich zum damaligen Kader im Spiel gegen die Ukraine, fanden sich lediglich Džeko und Dedić gegen Rumänien in der Startelf. Sämtliche andere Toptalente, angeführt von Esmir Bajraktarević, Kerim Alajbegović und Tarik Muharemović waren zu dem damaligen Zeitpunkt weder am Schirm, noch im Kader.

Mit einem Altersdurchschnitt von nur 26,5 Jahren (ohne Edin Džeko sind es sogar 25,9) ist man hiermit für die Zukunft bestens gewappnet, wie auch das jüngste Spiel gegen Rumänien zeigte.

Ein Plan für die Zukunft, aber einmalige Gelegenheit, Legendenstatus zu erhalten

Auf das heutige Datum vorgespult, erwartet uns am Dienstag eines der wichtigsten und richtungsweisendsten Spiele in der Geschichte der Nationalmannschaft – die unglaubliche Gelegenheit in Wien, gestützt von den Gesängen und Applausen der ungefähr 25.000 bosnischen Fans, sich mit einem Sieg für die Endrunde zu qualifizieren.

Wien dürfte unserer Nationalmannschaft liegen. Drei Spiele wurden dort bereits bestritten – im Jahr 2001 hat unsere Nationalmannschaft das erste und letzte Mal in Wien vor 23.000 Fans verloren. Damals stand Nationaltrainer Sergej Barbarez als Spieler auf dem Feld. Das darauffolgende Freundschaftsspiel im März 2015 endete mit einem 1:1, während in der Nations League im Jahr 2018 auch hier unsere Nationalmannschaft nicht verlor, in dem sie das Spiel mit einem 0:0 beendete.

Österreichs Form und unsere Euphorie – die zwei größten Gegner

Ungeachtet dessen, dass unsere Nationalmannschaft gegen Rumänien ein fantastisches Spiel an den Tag legte, dürfen wir diese Euphorie nicht mit Leichtgläubigkeit verbinden und weniger auf den Platz bringen, als das Spiel und die Form der österreichischen Auswahl erfordert.

Österreich konnte bereits bei der EM 2024 glänzen – in der Gruppenphase verlor man knapp gegen die Franzosen mit 0:1. Gegen Polen folgte anschließend eine Machtdemonstration, in der Österreicher mit 3:1 das Spiel gewannen. Die größte Überraschung passierte allerdings im letzten Spiel der Gruppenphase, wo man die Niederlande mit 3:2 schlug.

Im Achtelfinale verlor man unerwarteterweise gegen die Türkei mit 1:2, was das Ende der EM 2024 für die ÖFB-Auswahl bedeutete.

Diese damalige Erfahrung half den österreichischen Spielern in der diesjährigen Qualifikation, denn vom schönen Pressing-Fußball war nicht mehr viel zu sehen. Gegen San Marino fand die einzige Machtdemonstration statt, in der man die kleine Nation mit 10:0 vom Platz fegte. Im Hinspiel in Zenica konnte Österreich, zumindest spielerisch, nicht dominieren.

Zwei eiskalte Treffer von Marcel Sabitzer und Konrad Laimer waren genug, um drei Punkte aus Zenica mitzunehmen. Diese Kaltschnäuzigkeit ist das Produkt der gesammelten Erfahrung, welche unsere Nationalmannschaft noch nicht besitzt, aber am Dienstag sammeln kann.

Am Dienstag ist alles möglich!

Trotz der wenigen Erfahrung in solchen Spielen, entgegen aller Erwartungen zum Start der Qualifikationen, hat die bosnische Nationalmannschaft die Chance, das ganze Land erneut zu vereinen, die Leute auf den Straßen singen zu lassen und die Stadien nachhaltig mit Euphorie zu füllen.

Unabhängig vom Ausgang, das wichtigste ist nach wie vor, dass ein nachhaltiger Plan für die Zukunft erkennbar ist – mit jungen hungrigen Spielern, wird vor allem im Endspiel der Gruppe, aber auch in entfernterer Zukunft, alles möglich sein. Angeführt von Sergej Barbarez, steht unserer Nationalmannschaft großes bevor.

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