Nach dem 3:1-Triumph wandte sich der bosnische Nationalcoach Sergej Barbarez in einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit und zeigt sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
„Es ist definitiv eine große Sache, Rumänien zweimal zu schlagen. Ich hatte darauf im ersten Spiel gehofft, denn wir sind mit dem Wissen dorthin gefahren, dass wir sie überraschen könnten. Bei diesem Spiel war ich mir nicht sicher und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich wäre mir sicher gewesen, aber ich war zuversichtlich, dass wir ein gutes Spiel abliefern könnten, wenn wir versuchen würden, Rumäniens Stärken zu neutralisieren. Ich wusste, dass wir zurückkommen könnten und dass wir einen guten zweiten Plan hatten und Spieler, die von der Bank kommen und die Aufgabe erledigen konnten, was sie auch taten. Wir hatten während der gesamten Qualifikation ein glückliches Händchen bei den Einwechslungen und so war es auch heute Abend“, sagte Barbarez zu Beginn der Pressekonferenz.
Auf die Frage, ob die Worte des rumänischen Coaches, dass Bosnien und Herzegowina das erste Spiel unverdient gewonnen hätte, ihn und das Team motivierten, reagierte er gelassen: „Natürlich, das hat er nach dem ersten Spiel gesagt und auch jetzt. Das ist für mich in Ordnung, wir müssen Stärke zeigen, denn er ist ein Weltklassetrainer, das ist völlig normal. Die Motivation reichte nur für unsere beiden Spiele, in denen wir etwas erreichen können, weil wir alles selbst in der Hand haben, das war meine Sorge. Über die Worte anderer Nationalmannschaften denke ich nicht viel nach.“
Die bosnische Nationalelf hat nach dem 1:0 die Dominanz kurzzeitig abgegeben und sich mit zwei guten Chancen gegen Ende der ersten Halbzeit wieder gefangen. Sergej Barbarez blickt auf die erste Halbzeit positiv zurück: „Ich sehe die erste Halbzeit anders. Wir spielten gegen eine sehr gute Mannschaft mit exzellenten Spielern, die wissen, wo das Tor steht, wie man schnell umschaltet und im Eins-gegen-Eins stark sind. Das ist nicht leicht zu verteidigen. Die Idee mit Dzenis war, mehr Aggressivität ins Mittelfeld zu bringen. Wenn der Ball fünfmal zum Torwart zurückgespielt wird, ist das für mich in Ordnung. So können wir das Spiel beruhigen, nicht zu viel Druck machen, uns Zeit nehmen und unsere Aktionen vorbereiten. Wir hatten zwei großartige Chancen in der ersten Halbzeit, es gab aber auch Fehler, und das will ich nicht leugnen, denn wir haben ja auch ein Gegentor kassiert.“
In der Halbzeit sah sich Sergej Barbarez als Nationaltrainer noch nie gelassener: „Ich war zufrieden mit unserer Leistung und wusste, dass unser Moment kommen würde. Wir haben eine gute Bank, gute Auswechselspieler und Jungs, die stolz darauf sind, dabei zu sein und nicht hinterfragen, ob sie von Anfang an spielen oder nicht. Sie sind froh, hier zu sein, und Kerim und Haris haben das gezeigt.“
Auf die Frage, wie es mit der Verfügbarkeit der Spieler im nächsten Match aussieht, erklärte er, dass drei Spieler aufgrund von gelben Karten fehlen werden, dafür aber neben Ivan Sunjić und Nihad Mujakić auch Emir Karić dabei sein wird.
Hier übte der bosnische Nationaltrainer scharfe Kritik am österreichischen Fuballverband, weil dieser die Bestätigung für den Wechsel der Staatsbürgerschaft nicht erteilt habe und das sei laut ihm absichtlich geschehen: „Ich muss der Presse am Montag sagen, dass die Reaktion des österreichischen Fußballverbands, gelinde gesagt, unhöflich war, denn sowas ist in zwei oder drei Tagen geregelt und nicht, dass sie das so in die Länge ziehen. Wir mussten bei der FIFA und UEFA reagieren und am Montag wird Emir Karić spielen dürfen. Am Montag werde ich ihnen in ihrer Sprache in aller Deutlichkeit klarmachen, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung war. So etwas darf nicht passieren.“
Gegen Ende der Pressekonferenz findet Sergej Barbarez motivierende Worte: „Das Ziel war, heute Abend zu gewinnen. Ich war selten so entspannt wie heute. Ich habe die Spieler zum Lachen gebracht und ihnen Musik vorgespielt. Ich war locker und hatte ein gutes Gefühl. Ich habe noch nie eine Mannschaft aufgestellt und so vieles so schnell erledigt. Edin Dzeko meinte vorhin, er hätte schon lange kein Training mehr mit so viel Einsatzwillen gesehen. Wie ihr wisst, jammere ich nicht gern, wenn jemand fehlt, denn wir haben diese Breite im Kader und Spieler, die ihr Bestes geben werden. Wir versuchen bis Dienstag entspannt zu bleiben und dann dieses Spiel zu spielen – ich sage es ungern, aber es wird ein historisches Spiel.“
Auch hinsichtlich der positiven Atmosphäre zeigt sich Barbarez sehr zufrieden: „Ich war von der Atmosphäre begeistert und wir haben auch die Aufwärmmusik geändert, was mich überrascht hat. Ich habe ihnen die Ehre zugesprochen, das zu tun. Es war unglaublich zu hören, wie laut es war und wie alle mitgesungen haben. Keine Nationalmannschaft hat je solch einen radikalen Umbruch erlebt. Es war meine Idee, denn es musste eine neue Identität und ein neues Team geschaffen werden. Es werden in Zukunft noch weitere neue Spieler dazukommen. Wir arbeiten laufend an der Optimierung des Kaders, um Breite und Qualität weiter auszubauen. Für die zukünftige WM-Qualifikation werden wir dann genau die richtige Mannschaft haben, absolute Spitzenklasse – da bin ich mir sicher.“
Auf die Frage, ob sich das bosnische Nationalteam direkt für die WM qualifizieren wird, findet er folgende Worte: „Niemand wäre glücklicher als ich, aber ich mag das Pedal, das ein bisschen bremst, wir werden sehen.“



