Am Tag vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel zwischen Bosnien-Herzegowina und Österreich haben sich Nationaltrainer Sergej Barbarez und Außenverteidiger Amar Dedić den Fragen der Presse gestellt. Die Botschaft war eindeutig: Man geht mit Respekt, aber auch viel Selbstbewusstsein in das Duell gegen die Mannschaft von Ralf Rangnick.
Wird es gegen Österreich wieder ein Spiel mit mehr Tempo über die Flügel geben, wie in der zweiten Halbzeit gegen San Marino?
Barbarez erklärte, dass man gegen San Marino bewusst auf Erfahrung gesetzt habe, in der zweiten Halbzeit aber mit Flügelspielern und mehr Tempo reagieren wollte. Gegen Österreich sei das Ziel, offensiver zu spielen – ob und wie genau das umgesetzt wird, ließ der Trainer offen: „Wir werden sehen.“
Wie wichtig war der direkte Rückflug nach dem Spiel gegen San Marino?
„Sehr gut war das“, so Barbarez. „Alle waren zufrieden, auch ich war müde. Wir wurden gut empfangen, die Stimmung war top – und vor allem: keine Verletzten.“
Amar, du hast gegen San Marino nicht gespielt. Spürst du jetzt einen Vorteil für das morgige Spiel?
„Natürlich will ich immer spielen“, so Dedić, „aber durch die Gelbe Karte und das bewusste Ausruhen war das so geplant. Im Nachhinein hat es mir gutgetan – ich bin voll da und weiß, wie wichtig dieses Spiel für uns ist.“
Ist man gegen ein starkes Team wie Österreich auch mit einem Punkt zufrieden?
Barbarez antwortete entschlossen: „Nein. Ich will jedes Spiel gewinnen – auch dieses. Ich denke nicht an ein Unentschieden. Wir haben in den letzten vier Spielen Selbstvertrauen gesammelt. Die Tabellensituation ist gut, das Team harmoniert. Ich bin sehr zufrieden.“
Dedić hat sich bei Benfica auf seiner Stammposition als Rechtsverteidiger etabliert. Wird er diese Rolle auch gegen Österreich einnehmen?
„Ja“, bestätigt Barbarez. „Wir wollen Amar dort einsetzen, wo er am stärksten ist. Er hat die Technik und die Qualität – und wir haben außen die richtigen Spieler, damit er sein volles Potenzial abrufen kann.“
Was ist aus deiner Sicht die größte Stärke des österreichischen Teams?
„Ich verfolge Österreich schon länger – das Team gefällt mir sehr. Sie haben eine hohe Intensität, stellen das Kollektiv in den Vordergrund und bringen viel Charakter mit. Genau da wollen wir auch hin. Es wird ein intensives Spiel – aber wir gehen mit Selbstvertrauen rein.“
Österreich hatte zuletzt gegen Zypern einen glücklichen Elfmeter. Wie siehst du ihre Entwicklung im letzten Jahr?
„Seit Ralf Rangnick da ist, ist klar: Er ist ein Visionär. Er hat Struktur und klare Ziele mitgebracht. So will ich das bei uns auch. Österreich ist extrem offensiv – sie spielen viel im gegnerischen Sechzehner. Aber ich denke, wir sind bereit.“
Amar, du kennst den österreichischen Fußball aus nächster Nähe – was erwartest du?
„Ich bin in Salzburg groß geworden, kenne ihr System und ihre Schule. Die Intensität ist ihr Markenzeichen – und dafür haben sie die Spieler. Wir müssen diese Intensität mitgehen, aggressiv bleiben, bis zum Schluss. Und: Wir spielen zu Hause, vor unseren Fans – das sollen sie spüren.“
Barbarez, wie sieht der Spielplan aus? Schneller Rhythmus oder eher kontrolliertes Spiel mit Kontern?
„Ich glaube an viele Spielansätze – aber nicht an reinen Ballbesitzfußball. Den wird uns Österreich ohnehin nicht lassen. Wir müssen unsere individuellen Qualitäten nutzen, auch mal aus der Distanz abschließen. Dafür haben wir jetzt die richtigen Spieler. Ich freue mich auf das Spiel – es wird etwas Besonderes. Ein erster richtiger Test.“



